TRAUMATHERAPIE

Lotta wurde von ihren eigenen Eltern sexuell missbraucht. Sie war vier Jahre alt, als sie zu den Kleinen Strolchen kam. Regelmäßig verfiel sie in tiefe psychische Krisen – sprach nicht und weinte nur. In einer schlimmen Nacht suchten wir Hilfe bei verschiedenen psychiatrischen Einrichtungen, doch alle waren überfüllt. Die Kleine mit Medikamenten ruhigzustellen war die einzige „Hilfe“, die uns angeboten wurde. Damals trafen wir die Entscheidung,selbst ein therapeutisches Zentrum für Kinder aufzubauen, um uns nicht mehr auf externe Hilfe verlassen zu müssen.

2018 wurde das Rittergut Ovelgönne für das Kinderheim erstanden. Hier soll ein Therapiezentrum für traumatisierte Kinder entstehen. Aufgebaut werden erweiterte tiergestützte, heilpädagogische, kinder- und jugendpsychiatrische und psychotherapeutische Angebote. Mit der einhergehenden Sanierung und Renovierung des Gebäudes wollen wir den ursprünglichen Geist des Gutes bewahren und fortführen. Die Kernsanierung des Rittergutes sowie den Ausbau des angeschlossenen Therapiezentrums finanzieren wir ausschließlich durch Spenden, Sponsoring und geringe staatliche Zuschüsse. Wie Kinder auf traumatische Ereignisse wie sexuellen Missbrauch, Vernachlässigung oder Gewalt reagieren, hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Art und Stärke des Erlebnisses, von der Situation und von den persönlichen Ressourcen, über die das Kind verfügt. Auch Jahre später kann in einem Flashback das Trauma noch unbewusst reaktiviert werden. Das Erlebte kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Aber eine gezielte Traumatherapie mit speziellen psychotherapeutischen Methoden hilft, die Kinder zu stabilisieren, damit sie den Alltag bewältigen können. Traumatische Ereignisse können so verarbeitet und in das Leben integriert werden. Für die Psychotherapie gilt die „Faustregel“: Je früher sie nach dem traumatischen Vorfall in Angriff genommen wird, desto kürzer ist die Zeit, die sie dauert. Je länger der Vorfall zeitlich zurückliegt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Trauma bereits verfestigt hat. Lotta wacht nachts immer noch mit schlimmen Albträumen auf. Sie wird noch viele Jahre Therapien benötigen, um den Weg zurück in ein normales Leben zu finden.

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